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Der Horrorfilm PDF Drucken
Geschrieben von: Müslie   
Samstag, den 22. August 2009 um 14:06 Uhr


Der Gruselfilm (oder internationaler: „Horrorfilm“) weckt Gefühle der Angst und des Schreckens im Zuschauer, sollte er zumindest. Ich bin ein Produkt dieser sterilen, industrialisierten Gesellschaft, deren einzigen Mythen und Mysterien es sind, wie man mit Web 2.0 Geld verdienen kann oder warum Till Schweiger noch in Filmen mitspielen darf.
Wahre Gefühle kann man nur noch im Kino erleben. ’Türlich kann das Leben für einige auch Angst und Schrecken bereit halten, wo sind meine Kippen? Wieso muss ich heute arbeiten, war gestern doch schon da?!, aber der Horrorfilm ist ausschließlich darauf ausgelegt eine Gänsehaut zu erzeugen. Er schafft eine Atmosphäre der Beklommenheit und bedient sich nicht selten übernatürlicher Spießgesellen.

Einer der wichtigsten Vertreter des Genres ist wohl Nosferatu von F. W. Murnau und diverse weitere Vampirfilme. Der Horrorfilm aus dem ersten Drittel der vorherigen Jahrhunderts bediente sich oft solcher Mythen. Vampire und Mumien kamen aus Gegenden, weit ab von den Städten der so genannten zivilisierten Welt.

Frankenstein und sein Monster machten deutlich, dass „Gefahren“ in der Wissenschaft liegen, die Menschen waren hin und her gerissen zwischen Faszination und Schrecken. Und auch Zombies sind schon recht alt. Bereits in den 30ern machten die Voodoo-Menschenfresser aus der Karibik die Leinwände unsicher. Schließlich begann der Niedergang des klassischen Horrorfilms, die Welt war den Menschen bekannt und der Horror kam aus dem All. Ich bin kein Freund von Zombies oder Mutanten, daher mag ich auch nicht die Verquickung von Science-Fiction und Horror der 50er. Nachdem ich den Film Das Geisterschloss gesehen habe, überkam mich das Gefühl, den Film schon einmal gesehen zu haben. Tja nicht ganz, dieser Film war ein Remake von den 63er Streifen Bis das Blut gefriert. Den hatte ich nämlich gesehen und der war wirklich gut. Der Horror wurde nicht mehr nur von übernatürlichen Gestalten erzeugt, sondern fing an sich in den Köpfen abzuspielen, hier hatte man es mit dem Bösen und Unheimlichen höchst selbst zu tun. Im Gegensatz dazu gab es natürlich auch weniger auf Psychologie angelegte Filme, die durch übermäßige Gewaltdarstellung Horror erzeugen, oder besser Ekel und Abscheu. Das hat sich später in Splatter oder Gore Filmen weiterentwickelt und feierte dank der Videokassette unwahrscheinliche Erfolge im Heimkino Segment. Die 70er sind meines Erachtens eine wahre Fundgrube für jeden Horror-Fan. Die Zeit lechzte nach Mysterien und Symbolen und hatte einen leichten Hang zum Okkulten. Filme wie Der Exorzist oder die Trilogie Das Omen, den noch ein vierter Teil und ein Remake folgten, sind Meisterwerke.


Es kam noch eine Spielart hinzu: Der Slasher. Im Slasher wird eine umrissen Gruppe, meistens von Teenagern, der Reihe nach von einem Psychopaten ermordet. Freddy Krueger, Jason Voorhees oder Michael Myers sind vielen ein Begriff, selbst wenn sie die Filmreihen Nightmare, Freitag der 13. oder Halloween nie gesehen haben. Es folgten einige Sequels der vorgenannten Filme. Freitag der 13. schaffte es bis dato auf 10 Filme.

1981 war das Jahr in dem der Teufel das Tanzen lernt und wir eine Diskussion über Gewalt in den Medien führen. Wer Sam Raimis Film gesehen hat, fragt sich natürlich warum dieser Film bis heute auf dem Index steht. Es ist wohl die Atmosphäre und die grandiose Kameraführung die diesen Film zum Kult und Stein des Anstoßes machen. Aus heutiger Sicht ist die Indizierung meines Erachtens nicht nachzuvollziehen. Die Entwicklung im letzten Jahrzehnt des letzten Jahrhunderts brauchte erneut die alten Monster hervor. Dracula, Frankensteins Monster wurden getreu den literarischen Vorlagen neu verfilmt, Vampire kämpfen gegen Werwölfe in Underworld, hier und da treten mal Filme wie The Others oder The Sixth Sense auf.

Neu war die Verfilmung von Computerspielen, Resident Evil oder, einer meiner Lieblinge, Silent Hill. Dies deckt sich mit einer Entwicklung des gesamten Kinos. Stoffe der Popkultur wie Comics und Computerspielklassiker werden aufgegriffen und mal gut mal schlecht aufbereitet.

Es gibt gewisse Regeln, die man beachten muss um in einem Horrorfilm zu überleben:

  1. Enthalte dich jeder Form von Sex, Sex ist gleich Tod
  2. Nicht trinken und keine Drogen. Das alles fällt unter Sünde, Sünde ist die Erweiterung von Nummer 1
  3. Du darfst nie, niemals, unter keinen Umständen sagen: Ich komm gleich wieder!, denn du kommst nicht wieder!

Jeden, der gegen die Gesetze verstößt erwartet der Tot!
Aus Scream

Also, was sind die Regeln für eine Fortsetzung?

  1. Es werden mehr Leute umgebracht
  2. Die Todesszenen sind besser ausgearbeitet, mehr Blut, mehr Gekröse, ein nettes Gemetzel, das erwartet die Fangemeinde

Aus Scream 2

Wenn dieser Mörder zurückkommt und es ernst meint, dann gibt es ein paar Punkte die ihr bedenken müsst. Ist das eine reine Fortsetzung? Wenn ja, gelten auch weiterhin dieselben Regeln. Andernfalls, und dann wird es kritisch, wenn ihr plötzlich auf eine unerwartete Vorgeschichte stoßt und dadurch die Exposition an Übergewicht erhält, sind die Regeln für Fortsetzungen nicht anwendbar. Denn dann handelt es sich nicht um eine Serie, sondern um den letzten Teil einer…Trilogie.”
“Trilogie?”
“Genau. Im Horror-Genre sehr selten, aber es kommt vor. Eine Größe, mit der man rechnen muss, denn echte Trilogien führen einen immer wieder an den Anfang zurück und enthüllen etwas, dass von vornherein nicht gestimmt hat. ´Der Pate`, ´Krieg der Sterne`, überall stellte sich etwas, dass wir für wahr gehalten hatten als unwahr heraus. Also, falls ihr es wirklich mit einer Trilogie zu tun haben solltet, hier ein paar super Trilogie-Regeln:

  1. Der Killer hat übermenschliche Fähigkeiten, da klappt es mit dem Erstechen nicht und Erschießen klappt auch nicht. Im 3. Teil hilft da nur seinen Kopf einfrieren, ihn enthaupten oder in die Luft sprengen.
  2. Alle Personen, einschließlich der Hauptrolle, können zu Tode kommen. Das betrifft dich Sid. Tut mir leid, dass ist der letzte Teil, da kann auch so etwas wie ´Reservoir Dogs` draus werden bis alles vorbei ist.
  3. Die Vergangenheit taucht auf und beißt euch in den Hintern. Glaubt ihr, ihr wisst was über die Vergangenheit? Vergesst es! Die Vergangenheit ruht nicht, alle Sünden die ihr dort begraben wähnt, kommen wieder hervor und vernichten euch.

Noch zwei Worte zum Abschluß: Viel Glück, Gott sei mit euch allen und an ein paar von euch: Bis bald, denn die Regeln sagen, dass ein paar von euch es nicht schaffen werden. Ich auch nicht, nicht wenn ihr dieses Band zu sehen kriegt.
Aus Scream 3

 

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