Quinn Cleary und Tim Brown haben die Möglichkeit an einer der besten Eliteuniversitäten für Medizin zu studieren. Die Regeln und Auflagen, der durch einen Pharmakonzern finanzierten Hochschule, kommen den beiden zwar merkwürdig vor, aber dafür erhalten sie kostenlos die beste Ausbildung, ein Kompromiss den besonders Quinn auf Grund ihre finanziellen Lage bereitwillig eingeht. Nach und nach häufen sich Vorfälle, die dazu führen, dass Tim den wahren Sinn hinter dem kostenlosen Studium erkennt und Qinn und er in höchste Gefahr geraten.
Dieses Buch hat einen wirklich guten Plot. Wie würde ein Pharmakonzern die Kosten für die Erforschung neuer Medikamente und Wirkstoffe senken? In diesem Buch steht es! Die darin enthaltene Verschwörungstheorie ist endlich mal logisch, die beteiligten Personen handeln nicht, weil sie Macht erlangen wollen, sondern aus der inneren Überzeugung etwas Gutes zu erschaffen. Insbesondere da es sich hierbei größtenteils um Ärzte handelt. Zwar wird die Ethik in der Medizin nicht allzu stark thematisiert, die Frage danach klingt aber in dem geneigten Leser nach. Wie sollen Ärzte entscheiden? Das Trolley-Problem, das opfern eines Lebens zugunsten vieler, wird zugunsten der Mehrheit gelöst. Dieses Thema ist nur der Rahmen in dem die Charakter zu finden sind, äußerst scharf und kontrastreich zu ihren Biografien, keine Superhelden oder Erzschurken, Menschen die so agieren wie man es erwarten kann und trotzdem wenig vorhersehbar. Ja, man gewinnt sie sogar lieb, auch die Übeltäter, kann man ihnen doch auf gewisser Weise und bis zu bestimmten Punkten durchaus folgen, haben ihren Charme. Der einzige, wenn auch kleine Kritikpunkt, ist der Schreibstil. Eigentlich recht flüssig und leicht zu lesen, störte es mich doch ständig „yeah“ zu lesen, vielleicht etwas zuviel Lokalkolorit, vielleicht zu sehr amerikanisch? Ich weiß es nicht, es ist aber durchaus nicht so schlimm, dass es dem Lesefluss übermäßig stört.
F. Paul Wilson Die Prüfung (org. The Foundation) Aus dem Amerikanischen von Wulf Bergner ISBN-13: 978-3442555253
Es war ein Erlebnis, der Beginn einer n euen Ära als 1977 Star Wars in die Kinos kam. Nicht so sehr wegen der Story, die war märchenhaft und eigentlich nicht neu oder besonders. Aber die Bilder mit denen die Geschichte erzählt wurde, waren neu. Sternkreuzer, Raumschiffe, die Ausrüstung alles hatte diesen Used-Look, man fühlte sich mitten in der Geschichte, die Animationen waren bombastisch realistisch für damalige Zeiten und auch heute noch prima und überzeugend.
Natürlich habe ich mich geärgert, dass ich Star Wars nicht bei der Premiere im Kino sehen konnte, mein Alter verhinderte das... Baujahr ’80, daher freut es mich umso mehr, dass ich solche Highlights wie Avatar als Preview erleben darf. (Warum gibt es eigentlich mittlerweile zu jedem Film Previews? Das unterhöhlt ja den eigentlichen Kinostart, oder?).
Wie wir alle Wissen, zerstören die Menschen ihre eigene Lebensgrundlage, die Erde. Im Jahre 2154 sind nun so ziemlich alle Ressourcen der Erde verbraucht und wir greifen mit den knochigen Griff des Todes nach anderen Planeten, um diese ebenfalls auszubeuten und unser Überleben, oder zumindest das unserer Wirtschaft etwas länger zu sichern. Der Raumfahrtkonzern RDA heuert ehemalige Soldaten als Söldner an, um auf Pandora das Abbauen von Unobtanium sicherzustellen. Das Problem ist, dass auf Pandora nicht nur wilde und gefährliche Tiere in den riesigen Wäldern hausen, sondern auch intelligente Wesen, die die eigentlichen Bewohner dieses Planeten sind. In den Augen des Konzerns sind sie nur ein Ärgernis, welches man gerne beseitigt wissen würde. Um eine schlechte Presse auf der Erde zu vermeiden, möchte man sie zum Umsiedeln bewegen, ohne größere Verluste versteht sich. Ein Programm wird ins Leben gerufen, das AVTR, Avatar-Programm. Mit menschlicher- und alien-DNS gezüchtete und geistig leere Hüllen, die äußerlich den Einwohnern gleichen, können von Menschen gesteuert werden, es gilt das Vertrauen der Na’vi, so der Eigenname des Volkes, zu gewinnen und ihnen die Segnungen der Menschen in Form von Schulsystem und S traßen näher zu bringen und nicht zuletzt sie von einer Umsiedlung friedlich zu überzeugen.
Jean-Christophe Grangé ist ja eine mega toller Schriftsteller, dessen Buch Die purpurnen Flüsse bereits einigermaßen gut filmisch umgesetzt wurde, na ja. Und auch Vidocq stammt aus seiner Feder, das Drehbuch in diesem Fall.
Die Spezialität von Imperium der Wölfe ist die Verknüpfung von Thriller mit Mystery und einer Prise roher Gewalt. Holt das Popcorn, ich will unterhalten werden.
Kuckt man sich einen Action-Mystery-Thriller an, kommt es eigentlich nur auf die Story und die Schauspieler an, denn Merke: Das Genre bietet in den seltensten Fällen etwas Neues. Ein alter, abgehalfterter Bulle, gespielt von Jean Reno, wird von einen jungen, dynamischen Bullen um Hilfe gebeten. Dazu kommt eine schöne Frau, die ein Problem hat. In diesem Fall ist Anna Heymes, gespielt von Arly Jover, die schöne Frau. Sie soll eigentlich für die türkische Mafia neue Vertriebswege in punkto Heroin ausfindig machen. Ihr Problem ist, dass sie das Geld lieber für eine Schönheits-OP ausgegeben hat um ihr Aussehen zu ändern und sozusagen ein neues Leben anzufangen. Ihre Situation wird nicht gerade besser als sie Teil eines Regierungsexperiments wird. Sie verliert ihr Gedächtnis und erlangt es erst nach einer Zeit wieder. Story bis jetzt ok, Bilder auch und Jean Reno braucht auch nur da zu sein, um den Film aufzuwerten.
Das Problem an der Sache ist nur, dass die Geschichte im weiterem Verlauf nicht weis, ob sie Thriller oder Mystery oder nen James Bond sein will. Total Recall kam mir jetzt spontan auch in den Sinn, na ja. Der Film wird nie langweilig, auch wenn es inhaltlich doch bröckelt. Gute Unterhaltung trotz mittelmäßiger Story und durchschnittlicher Schauspielleistung, lediglich das Ende nimmt einen Höhepunkt in der Verworrenheit ein, hier ist der Zuschauer gefordert. Es wird nichts wirklich erklärt sondern man muss die Geschichte interpretieren. Dabei fällt dem geneigtem Zuschauer dann auch auf, wie weit das Ende vom Anfang entfernt ist, dramaturgisch und inhaltlich.
Frankreich 2005 nach einem Roman von Jean-Christophe Grangé Regie: Chris Nahon Drehbuch: Chris Nahon Christian Clavier Franck Ollivier Darsteller: Jean Reno Arly Jover Jocelyn Quivrin
Dies ist kein Kriegsfilm, dies ist kein Film über das Dritte Reich, dies ist ein Film der zu einer Zeit spielt, in der ein Krieg stattfindet. Die Absicht hinter diesem Film ist Unterhaltung, keine Dokumentation, nicht das Abfeuern von Fakten, keine moralische Wertung, einfach Unterhaltung und vielleicht eine kleine Erläuterung zum Film der 20er und 30er Jahre aus Deutschland.
Einen Beitrag zur Bewältigung der Geschichte kann man auch eigentlich nicht erwarten, ist Tarantino ja durchaus für Bilder bekannt und weniger für tiefsinnige Geschichten. Bilder, zugegeben, die durchaus einprägsam sind. Und so zieht sich ein bebildertes und mit Zitaten bestücktes Nichts über zwei Stunden hin und alle sind begeistert. Des Tarantinos neue Kleider.
Eigentlich heißt Italo Svevo Ettore Schmitz und "Ein Mann wird älter" im Original Senilità. Der Titel geht auf eine Eigenschaft zurück, die nichts mit dem Alter in Jahren zu tun hat. Ein Mann reift, gewinnt an Erfahrung. Die Geschichte ist schnell erzählt, Emilio verliebt sich in Angiolina.
Emilio ist ein moderner Mann (der Roman wurde 1898 das erste Mal veröffentlicht), er analysiert sich und andere und kennt die Liebe nur aus Büchern. Ein Angestellter der ein Buch veröffentlicht hat, nicht sehr erfolgreich, so wie sein Leben.
Angiolina wird von Emilio gerne das Kind aus dem Volke genannt, naiv, verlogen und kennt so etwas wie Liebe überhaupt nicht, nicht mal aus Büchern
Emilio versucht sie von ihrer Naivität zu heilen, versucht sie zu erziehen.
Der erste Satz: Schon mit den ersten Worten, die er an sie richtete, wollte er sie darauf aufmerksam machen, dass er nicht die Absicht habe, das Risiko einer ernstlichen Liebesbeziehung einzugehen.
Er versucht sie zu analysieren, zu studieren ohne sich ihn sie zu verlieben. Er scheint der Naive zu sein und sie die Spielerin, die es versteht Emilios Gefühle zu wecken ohne eine ernstliche Beziehung zu wollen. Seine Gefühle werden immer tiefer, sie fesseln und beherrschen ihn, Eifersucht macht sich breit.
Seine Versuche sie zu erziehen scheitern, er wird aus ihr nicht schlau. Stefano Balli, ein Bildhauer und sein bester Freund, gibt, den in Liebesdingen unerfahrenen Emilio Ratschläge. Doch Stefano wird selbst zum Opfer von Emilios Eifersucht.
Amalia, die Schwester Emilios die bei ihm lebt, ist ebenfalls unglücklich verliebt. Ihre Liebe gilt Stafano. Als der Bildhauer von Amalias Gefühlen erfährt, bleibt er dem Hause der Geschwister fern. Emilio ist mit seinen Gefühlen allein. Erst durch den Tod seiner alkoholkranken Schwester findet er die Kraft sich von Angiolina zu lösen.
Das Buch beschreibt vier Charaktere. Emilio, ein moderner und dennoch romantischer Mann, der an die Liebe als etwas kontrollierbares glaubt, ein Gefühl das man einfach ein- und ausschalten kann, verliebt sich bedingungslos und erträgt Angiolinas Spiel. Er will sich nicht verlieben, er will Angiolina von ihrer Naivität heilen, sie in Liebe unterrichten, von er nur eine Vorstellung aus Büchern haben kann.
Balli ist ein Künstler, in der schaffenden Kunst wie auch im Leben. Auch er liebt vielleicht, aber es ist ihm wichtiger eine schöne Frau an seiner Seite zu haben. Er versucht seinerseits Emilio in Liebesdingen zu unterrichten. Er geht anders mit Frauen um, er liebt nicht bedingungslos, zeigt keine Gefühle, sagt was er will. Bei einem Beisammensein von Balli und einer seiner Bekannten, Emilio und Angiolina, benimmt er sich eben so, Emilio sitzt wie ein Zuschauer daneben und beobachtet wie das Interesse Angiolinas an Balli steigt.
Angiolina ist vielleicht ein weiblicher Gegenpart zu Balli, nur mit wichtigen Unterschieden. Sie hat zwar eben soviel Spaß an Männern wie Balli an Frauen, nur fehlt ihr die Treue. Ob man viele Partner hintereinander hat, oder ob man viele Partner gleichzeitig hat, ist ein großer Unterschied. Sie mag ebenso wie Balli zu tiefen Empfindungen nicht fähig sein, aber im Gegensatz zu ihr ist er ehrlich. Sie spielt ein Spiel mit Emilio, hält ihn hin, belügt ihn. Alles das würde für Balli nicht in Frage kommen. Er ist, und das ist auch eine wichtige Eigenschaft, Konsequent, eine Eigenschaft die Emilio fehlt.
Amalia, die Schwester, die immer noch bei ihren Bruder wohnt, die kaum aus dem Haus geht, keine Kontakte außer die mit Emilio und Balli hat, ist einsam und ebenfalls romantisch. Unbemerkt von Emilio verfällt sie dem Alkohol, fällt ins Delirium und stirbt. Sie sehnt sich ebenso wie ihr Bruder nach Liebe, was liegt da näher als sich in Balli, den Frauenschwarm und Freund von Emilio, zu verlieben, und wie auch ihr Bruder verläuft die Sache sehr unglücklich. Balli, wie erwähnt, ist Konsequent, er meidet die Gesellschaft Amalias nachdem er von ihren Gefühlen für ihn erfährt. Ein Umstand der sie noch einsamer werden lässt, denn auch ihre Liebe ist wie die Emilios, sie verlangt keine Zuneigung von Balli, seine Anwesenheit ist ihre Sonne die sie wärmt. Ihr tot lässt Emilio umdenken, endlich hat er die Kraft Angiolina hinter sich zu lassen.
Die Geschichte ist einfach, die Motive heißen Liebe, unglückliche Liebe und Eifersucht. Nichts was man in der Literatur nicht schon einmal las. Dennoch schreibt Svevo sehr analytisch, modern. Präzise schildert er die Empfindungen, die fast jeder nachvollziehen sollte. Nicht zu vergessen, dass der Roman Ende des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde und trotzdem nicht verstaubt daherkommt. Vielleicht sind Menschen die nicht Lieben können aber Liebe bei anderen Menschen hervorrufen immer modern und in Mode.
Im Buch heißt es: "...es sieht so aus, als sei die eine Hälfte der Menschheit dazu da, um zu leben, und die andere, um erlebt zu werden."
Das Buch aus dem Rowohlt Verlag hat ein umfangreiches Vorwort und einen gut recherchierten Anhang, mit Hintergründen und Anmerkungen.
Italo Svevo (Ettore Schmitz) Im Original: Senilità erschienen 1898 Aus dem Italienischen von Piero Rismondo Rowohlt Taschenbuch ISBN: 978-3499239205
Im Sommer 1999, der so genannte "Raketensommer", startet die erste Expedition zum Mars. Der Mars ist aber nicht unbewohnt, sondern Bevölkert von Wesen die, wie die Menschen, nicht an Leben außerhalb ihres Planeten glauben.
Die erste Mission scheitert und auch eine zweite hat eben sowenig Erfolg, denn die Marsianer halten die 2. Besatzung für Verrückte, die dank telepatischer Fähigkeiten ihre Umwelt manipulieren, dass ist zumindest für die Bewohner wahrscheinlicher, als es mit Fremden von der Erde zu tun zu haben.
Die dritte Mission zum Mars im Jahr 2000 wird von den Einheimischen als Bedrohung erkannt, man stellt der Crew eine Falle und meuchelt sie. Doch bei dem 4. Flug zum roten Planeten haben die Menschen keine Gefahr mehr zu furchten, denn die Expeditionen zuvor haben Krankheiten zum Mars gebracht, die die Einwohner zum größten Teil getötet haben.
Bald darauf kommen die ersten Siedler und bereits im Februar 2002 gibt es 6 Städte mit insgesamt 90.000 Menschen. Eine Auswanderungswelle der schwarzen Bevölkerung Amerikas entvölkert ganze Städte auf der Erde, aus anderen Ländern kommen keine Einwanderer.
Auch kommen skurrile Personen, wie der reiche Mann der sich das Haus Usher aus Poes Erzählung nachbauen lässt. Auf der Erde sind solche Phantastereien schon längst verboten, die Bücher Poes oder Lovecrafts sind verbrannt worden. Auch auf dem Mars will man den Menschen nicht den Gefahren von Fantasie aussetzen und schickt Kontrolleure die solche Bücher aufspüren und verbrennen sollen.
Ab September 2005 kommen auch Ströme von alten Menschen, die ihre letzten Tage auf dem Mars verbringen wollen. Die Marsianer sind nahezu ausgestorben, vereinzelt suchen sie nach Nähe bei den Menschen. Ein altes Ehepaar, welches ihren Sohn verlor, nimmt nur all zu gern einen Marsianer auf, der die Gestalt ihres Kindes annimmt. Für sie ist die Täuschung perfekt nur der Mann kennt die wahre Gestalt und schweigt, weil er sein Kind wieder hat.
Bei einem Ausflug in die Stadt, passiert aber ein Unglück und der Fremde stirbt.
Im November 2005 bricht der große Krieg auf der Erde aus und die Menschen verlassen in Scharren den Mars. Nur noch die Menschen leben auf dem Mars die keine Rakete zur Erde bekommen oder sie verpasst haben. Die nächsten Menschen sind die letzten Menschen der Erde und die ersten des Mars. Die Erde ist im Jahre 2026 zerstört nur ein paar Menschen haben sich zum Mars durchgeschlagen, um dort ein neues Leben anzufangen.
Die Mars-Chroniken, ein Roman in Erzählungen.
Und die vielen, an die 12 längeren, Erzählungen machen den Reiz aus. Die Geschichte der Mars Eroberung wird durch Anekdoten geschildert, der Untergang der hoch entwickelten Kultur geht einher mit dem Untergang der Menschheit und das eine ist Ursache des anderen. Bradbury verzichtet auf Technik, er legt den Schwerpunkt auf die Menschen, so zum Beispiel auf den Mann, der nach der Rückwanderungswelle auf dem Mars lieber alleine bleibt, als mit einer Frau zu leben, die nicht seinen Träumen entspricht. Oder dem Ehepaar welches sich auf eine Täuschung einlässt, um über den Verlust ihres Kindes hinwegzukommen.
Als die Erde zerstört ist, und es dennoch eine Familie gerade geschafft hat, auf den Mars zu fliehen, will ein Kind Marsianer sehen, der Vater zeigt nur in einen Fluss, indem sich die Familie spiegelt und sagt zu seinen Sohn. "Da sind sie doch!"
Gelesen von Hans Eckardt, der aufgrund seines stimmlichen Umfangs den Geschichte tiefe gibt, die man nur bei einigen Vorlesern leider bekommt.
Für mich ein Hörbuch, welches wirklich ein Muss für jeden Fan von Bradbury oder Freund von Mars-Science-Fiction ist.
Ray Bradbury - Die Mars-Chroniken Roman in Erzählungen gelesen von Hans Eckardt Gestaltung: Heidemarie Eckardt Aus dem Amerikanischen von Thomas Schlück Die Übersetzung wurde für die Neuausgabe von Alphons Barth überarbeitet Erschienen bei Verlag und Studio für Hörbuchproduktionen ISBN: 978-3896140906 Buch erschienen bei Diogenes
Die hier zugrunde liegende Fassung ist nicht mehr erhältlich. Die Mars-Chroniken wurden von Rufus Beck neu gelesen.
Bukowski ist am 16. August 1920 in Andernach, Deutschland, als Heinrich Karl Bukoski geboren. Seine Eltern ziehen 2 Jahre später mit ihm nach Los Angeles.
Bukowski studiert Journalismus und versucht sich schon in jungen Jahren erfolglos als Schriftsteller. Die nächste Zeit lebt er wenig Sesshaft, hat zahllose Jobs, sitzt im Gefängnis und in der Psychiatrie bevor er in den 50’ bei der Post als Briefträger anfängt. In dieser Zeit schreibt er für die Alternativzeitung "Open City" in Los Angeles. Die Zeit bei der Post und die Kurzgeschichten aus der Zeitung sind in Buchform unter den Titel "Der Mann mit der Ledertasche" und "Aufzeichnungen eines Außenseiters" erschienen.
Anfang der 70’ gibt er seinen Job bei der Post auf und versucht fortan nur noch vom Schreiben zu leben, ihm helfen dabei die monatlichen Zuwendungen seines Verlegers.
Am 9. März 1994 stirbt Bukowski an Leukämie, er hinterlässt uns 40 Prosa- und Lyrikbände. Begraben ist er auf den Ocean View Hügel in Los Angeles, Grabnummer 875.
Seine Geschichten sind teilbiografisch, wenn auch sarkastisch überspitzt. Wer seine Vita kennt, dem überrascht es nicht, dass er meist über Personen schrieb, die auf der anderen Straßenseite des American Way of Life stehen. Zu seinen Merkmalen gehört es, dass er die schmuddeligen Aspekte nicht ausblendet und die Dialoge genau beobachtet und niederschreibt.
Bukowski kreierte einen Mythos des ständig besoffenen, durch die Gegend grölenden Schriftstellers, den er pflegte, so bei der legendären Lesung in der Hamburger Markthalle, als er einen Kühlschrank auf die Bühne stellen lies, um den Alkoholnachschub nicht abbrechen zu lassen.
Als literarische Vorbilder gab er Anton Tschechow, Ernest Hemingway, John Fante und Louis-Ferdinand Celline an.
In dem Roman "Ausgeträumt", den er während seiner letzten schweren Krebserkrankung beendet, verlässt er den Bereich des autobiografischen Schreibens, obwohl er auf der Ebene des personalen Erzählens bleibt. Erzählt wird die Geschichte des Privatdetektivs Nick Belane, der den Tod in der Figur einer schönen Frau findet. Autobiografische Züge sind in diesen letzen Roman nur noch in symbolischer Form und stark verfremdet zu finden.
Heute ist kein gewöhnlicher Tag, beginnt der Roman.
Jack ist tot und seine Freunde Ray, Vic und Lenny sowie Jacks angenommener Sohn Vince wollen ihm seinen letzten Wunsch erfüllen.
Der Bestattungsunternehmer Vic legt eine braune Schachtel auf den Tresen der Stammkneipe der Freunde. In dem Pappbehälter, der den Charme eines Kartons Badezimmerfliesen aus dem Baumarkt hat, ist eine Urne mit der Asche des verstorbenen Jack Dodds. Der Schlachtermeister Jack schrieb in seinen Testament, an alle die es angeht, daß er sich wünscht, daß seine Asche vom Pier in dem kleinen Badeort Margate ins Meer gestreut wird.
An alle die es angeht, wohl wissend, daß seine Frau Amy wohl nichts übrig hat für diese verspätete Reise, für sie kommt diese Reise mit ihrem Mann zu spät. Ihre Träume sind mit ihr gealtert und schon längst vom Wind weggetragen, wie bald auch Jacks Asche.
Jack hat nie die gemeinsame Tochter akzeptiert, seit ihrer Geburt ist sie behindert und lebt in einem Heim, nie ist er zu ihr gefahren, Amy findet es nur gerecht, daß sie nun lieber ihre Tochter besucht anstatt ihren Mann ein letztes Mal zu begleiten.
Ray und Jack waren zusammen im Krieg, in der Wüste, und haben gegen Rommel gekämpft. Dort hat Ray auch das erstemal Amy gesehen, auf einen Foto, das Jack bei sich trug. Ray hat sich damals in die künftige Mrs. Dodds verliebt. Rays Vater war Schrotthändler, er wollte aber nicht, daß sein Sohn in seine Fußstapfen tritt, stattdessen sollte er einen anständigen Beruf erlernen, Jockey wäre Ray gerne geworden, aber nun arbeitet er bei einer Versicherung. Die liebe zu Pferden ist geblieben, und zu wetten. Er hat Glück und gewinnt. Wetten ist ein wenig wie Versicherungen verkaufen, er errechnet seine Chancen, macht sich Notizen und gewinnt.
Den alten Schrottplatz verkauft er an Vince. Zwar sollte Vince den Laden übernehmen, sollte Schlachter werden, wie sein Adoptivvater und dessen Vater, aber er liebt Autos und macht auf den alten Schrotplatz ein Gebrauchtwagenhandel auf.
Träume und Realität sind meist weit auseinander, dieses Buch zeigt das Leben normaler Menschen. Nach und nach, in Rückblenden, erfährt man, daß Ray ein Verhältnis mit Amy hatte, daß Vic davon wusste und nichts sagte, als Leichenbestatter lernt man zu schweigen. Man erfährt, daß Jack auch einen Traum hatte, daß er Arzt werden wollte.
Auf der Reise nach Margate ehren die vier die Toten, alle Toten. Sie besuchen das Marineehrenmal in Chatham, an dessen Wände auch die gefallenen Kameraden von Vic stehen. Auch er war im Krieg in einer Wüste, einer Wüste aus Wasser.
Sie bringen Jacks Asche in die Kathedrale von Canterbury, einen Ort an dem Könige begraben sind, im Tod sind alle Menschen gleich. Aber es geht ohnehin nicht darum, daß die Gruppe aus einen Arbeiterviertel in London kommen, es geht nicht um Verlierer die sich aus Frust all abendlich in der Kneipe betrinken, es geht um Menschen und ihre Eigenheiten und Schwächen.
Der Roman ist in der Ich-Perspektive geschrieben, jeder der vier sowie Amy und sogar Jack kommen zu Wort und erzählen über ihre Beziehungen zueinander, alles zusammen ergibt ein Bild. Die ersten Seiten sind unspektakulär, getrieben von Erwartungen, die die Presse und Kritiker geweckt haben, liest man weiter und kann nicht genug bekommen. Nach der letzten Seite fehlen einem die Charaktere, man vermisst die manchmal tragisch, komische Sprache von Ray, Vic, Lenny und Vince, die einfach, unpoetisch aber manchmal tiefgründig ist.
Ein Buch für Leute die Geschichten aus dem Leben mögen, ein Buch über Umwege, ein Buch über Freundschaft.
Graham Swift - Letzte Runde Im Original: Last Oders erschienen 1996 Deutsche Übersetzung von Barbara Rojahn-Deyk Rowohlt Taschenbuchverlag ISBN 978-3499223129
Acht junge blonde Frauen sind in Los Angeles ermordet worden und das FBI hat nur eine einzige Spur: Der Killer sucht sich seine Opfer via Internet. Über die Datenautobahn zapft er vertrauliche Informationen aus Arztpraxen, Versicherungen und Universitäten ab, mit deren Hilfe er seine Opfer in die Falle lockt. Als der Killer in einen Rechner der Universität einbricht, gelangt ein hochintelligentes Programm der Wissenschaftlerin Tessa Lambert ins Internet. Das Programm erweist sich als Meister der elektronischen Manipulation und entwickelt ein gefährliches Eigenleben: Er verlangt von dem Killer, Tessa zu töten, denn nur sie kann ihre "Schöpfung" jemals wieder löschen...
Tessa Lambert arbeitet an einer künstlichen Intelligenz, sie weiß nur, dass sie auf dem richtigen Weg ist. Wie weit sie wirklich ist, wird ihr erst bewusst, als ein Serienkiller aus LA zufällig in ihren Rechner in Oxford eindringt. Auf seiner Suche nach Informationen über seine nächsten Opfer durchstreift er das Internet. Das Programm, oder die künstliche Intelligenz, hat nun einen Ausgang gefunden, gelangt ins weltweite Datennetz und ist völlig verwirrt von den neuen Eindrücken.
Es sieht Tessa als seinen Feind an, da sie es aus dem Netz löschen will, also versucht es sie zuerst zu töten.
Der Serienkiller könnte dem Programm nützen um Tessa zu beseitigen, ein Mensch, für die Welt in der nicht alles elektronisch zu bewältigen ist.
Doch auch der Mörder wird seinerseits gejagt. Eine Chance sehen die zuständigen Behörden für die Aufklärung der Morde, wenn sie jeder Spur folgen. Tessa Lambert wurde in diesen Zusammenhang auch genannt, da Ermittlungen ergeben haben, dass der Mörder in ihren Rechner eingedrungen ist.
Tessa arbeitet mit Hochdruck mit einer Kopie des Programms. Sie will dem außer Kontrolle geratenen Programm eine moralische Komponente implementieren.
Das Buch ist leicht zu lesen, kurze, manchmal nur 2-3 Seiten lange Kapitel sind angenehm, gerade in Wartezimmern oder Zügen, wenn man zur ungünstigsten Zeiten aufgerufen wird oder umsteigen muss.
Die Personen sind eher etwas stereotyp, etwas flach. Der FBI-Agent der mit seinem Leben und dem Job nicht klar kommt und ein Problem ohne Alkohol hat, die hochintelligente Wissenschaftlerin, die beziehungsunfähig ist und sich in Arbeit vergräbt, das alles hat man schon einmal gelesen. Trotzdem ist es nicht langweilig, eher gewöhnlich, das ist es aber im besten Sinne.
Ein interessanter Aspekt ist das künstliche Bewusstsein, dass Tessa geschaffen hat. Hier wird die Welt der Philosophie angekratzt. Was ist Bewusstsein, welche Rolle spielen wir in der Welt und schließlich: Wie überzeugt man ein Wesen von seiner Existenz? Natürlich werden diese Fragen nicht beantwortet, es ist ein Science-Fiction Thriller und nicht Sofies Welt.
Ein Buch für zwischendurch und mittendrin, wer gerne seichte Thriller mit philosophischen Aspekt und Computerkriminalität mag.
Buch von David Ambrose Originaltitel: Mother of God Aus dem Englischen von Werner Wolf Erschienen bei Droemer/Knauer ISBN 978-3426629734
Der Ruf des Cthulhu The Call of Cthulhu, 1928 (H. P. Lovecraft)
Nach dem Tod seines Onkels findet unser Held merkwürdige Aufzeichnungen im Nachlass. Sein Onkel, ein Professor in Altertumskunde, hat die Inhalte von Träumen eines Bildhauers aufgezeichnet, nachdem dieser ihn eine seltsame Statue gegeben hat, die das Interesse des Professors erregte. Die rätselhaften Träume von Ungeheuern und schwarzen Städten enden nach einen merkwürdigen Fieberwahn des Künstlers, doch der Professor fängt auch an, die Träume anderer Menschen aufzuzeichnen.
Auch sammelt er Zeitungsausschnitte über scheinbar nicht zusammenhängende Vorkommnisse aus der ganzen Welt.
Einige Jahre zuvor, auf einer Konferenz von Archäologen, versucht ein Polizist Aufschluss über eine Statue zu erhalten, die bei einen Kult in den Sümpfen der Südstaaten Bedeutung hatte. Dem Polizisten zufolge, berichteten die Kultisten über "alte Wesen" die vom Himmel kamen und von einem Priester Cthulhu, der die Wesen wieder erwecken könne. Doch außer Vermutungen können die Gelehrten nichts genaues zu der Steinfigur sagen.
Der Held macht sich auf den Weg zu neuen Anhaltspunkten, doch erst als er zufällig ein alten Zeitungsartikel findet, kommt neuer Schwung in die erlahmende Suche.
Der Artikel zeigt auch ein Bild eines Seemannes mit einer Statue die der des Bildhauers und der Kultisten aus den Süden gleicht. Er macht den Seemann ausfindig, nur ist dieser leider schon tot, aber die Witwe hat ein Manuskript von ihren Mann, das sie ihm aushändigt.
In dem Manuskript schreibt er, wie er und seine Mannschaft eine nicht kartografierte Insel betraten und ein unaussprechliches Wesen antrafen, deren vier Männer seiner Crew zum Opfer fielen.
Langsam glaubt der Held an die Wahrheit dieser Geschichten und fürchtet um sein Leben.
Was macht man wenn man in Selbstmitleid zerfliest, wenn man seine Schwermut wie eine zarte Pflanze hegt und pflegt? Man hört Musik, nicht irgendetwas, etwas langsames, etwas über Liebe und vielleicht auch über Tod.
Mazzy Star bietet sich da förmlich an. Gerade mal drei Alben haben sie herausgebracht und gehören doch zu dem besten und am häufigsten gespielten Alben in meiner Sammlung, zumindest an grauen Tagen. David Roback, der vorher bei Opal spielte, gründet mit Hope Sandoval 1989 Mazzy Star. Eigentlich sind es Opal nur mit Hope als Frontfrau anstelle der ausgeschiedenen Kendra Smith. Roback/Sandoval sind die festen Größen der Band. Er komponiert, sie schreibt. Das erste Album erscheint 1990 und ist voller gesungener Melancholie in einer psychedelisch musikalischen Umarmung. Wahrscheinlich ist es diese traurig, klare Stimme von Sandoval die die poetischen Texte glaubhaft machen. Sie singt von Liebe, bitterer, verzweifelter Liebe und von Tod. Naja, wenn man gerade gefrustet ist und solche Musik hört, sollte man keine scharfen Gegenstände in der Nähe haben.