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 Portishead besteht aus vier Leuten, die elektronische Musik mit menschlichem Antlitz machen.
Geoff Barrow, der 1991 an dem Debütalbum von Massiv Attack mitwirkt, wird auf Beth Gibbons aufmerksam, die in Bars in Bristol und Umgebung singt. Barrow will ein eigenes Projekt auf die Beine stellen, eine Zusammenarbeit mit Gibbons scheitert aber im ersten Anlauf daran, dass die Sängerin, die zu der Zeit noch bei einer Werbeagentur arbeitet, keine musikalischen Gemeinsamkeiten erkennen kann. Erst nachdem sie solo keinen sonderlichen Erfolg hat, kommt sie wieder auf Barrow zu.
Zusammen veröffentlichen die beiden den Song „It Could Be Sweet“ und den Soundtrack zu dem Kurzfilm „To Kill A Dead Man“. Jazz-Gitarrist Adrian Utley stößt zum Duo und der Song „Sour Times“ wird veröffentlicht. Erst 1993 gründen sich Portishead offiziell, mit dabei ist das vierte und letzte Mitglied Dave McDonald. Der Name Portishead geht zurück auf die kleine Hafenstand Portishead in der Nähe von Bristol: als Barrow im Studio für das Massiv Attack Album arbeitete, nannte man ihn „the guy from Portishead“.
Im gleichen Jahr bekommt Portishead ein Vertrag beim Label Go! und releasen ein Demo mit den Tracks „Sour Times“, „It’s A Fire“ und „ It Could Be Sweet“. ’94 erscheint das Debüt „Dummy“, ein Album das von Kritikern und Hörern gleichermaßen hoch gelobt wird. Es erreicht Platz 2 der UK-Albumcharts, Platz 32 der UK-Jahrescharts und wird von den Magazinen The Face, Mix Mag und Melody Maker zum Album des Jahres 1995 gewählt, weitere Auszeichnungen folgen. Mit den Auskopplungen und den Musikvideos zu „Glory Box“ und „Sour Times“ erreichen sie über die Grenzen Bristols hinaus Bekanntheit, sogar bis über den Atlantik. Damit sind sie mit ihren langsamen, fast hypnotischem und melancholischem Sound so etwas wie Pioniere in Amerika.
Erst drei Jahre später, nämlich 1997 kommt ihr zweites und vorerst letztes Studioalbum „Portishead“ raus. Das Album ist düsterer als sein Vorgänger, dennoch von gleich hoher Qualität. `98 erscheint das Live Album „PNYC“. Der Mitschnitt eines Konzertes welches sie im Roseland Ballroom in New York mit einem 34-kopfigen Symphonieorchester geben.
Hin und wieder gibt es noch mal Lebenszeichen von Portishead, aber ein neues Album erscheint nicht. 2002 kommt dann die DVD zum New Yorker Konzert raus, sie enthält neben den Live-Mitschnitt noch zwei Kurzfilme, „Kill A Dead Man“, und 5 Musikvideos.
2002 erscheint auch Beth Gibbons Solodebüt „Out Of Season“. Es schließt von der Grundstimmung an Portishead an, ist musikalisch aber völlig anders und kein drittes Album oder dergleichen. Das Album ist gleichermaßen melancholisch, dennoch nicht so düster und weniger „trip hop“ als man von Portishead gewohnt ist. Es ist eines meiner Lieblingsalben.
Nach über zehn Jahren, einigen Solo-Alben und vielen Gerüchten erscheint im März 2008 das sehnlichst erwartete dritte Studioalbum Third, es ist eine Abkehr vom Trip Hop hin zu Elektronik, trotzdem in gewöhnt guter Portishead Manier. |